PROMs im REHAPORTAL

Die Bewertung einer erfolgreichen Behandlung soll sich an den wahrgenommenen Verbesserungen der Patient:innen orientieren. Um ihre Perspektive in der Bewertung der Ergebnisqualität einer Behandlung deutlicher abzubilden, hat DAS REHAPORTAL gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (Zentrum für Psychosoziale Medien und Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie) ein objektives und vergleichbares Verfahren entwickelt. Dieses basiert auf den sogenannten Patient Reported Outcome Measures (PROMs). PROMs sind standardisierte und validierte Messinstrumente, bei denen Patient:innen direkt den eigenen Gesundheitszustand bewerten, ohne Interpretation einer anderen Person (z. B. Ärzt:in, Therapeut:in, Angehörige).

Wie funktionieren PROMs?

Zu Beginn und am Ende der Rehabilitationsmaßnahme werden Patient:innen mithilfe von generischen und indikationsspezifischen Fragebögen befragt. Diese erfassen die subjektiv wahrgenommene Lebensqualität, Veränderungen von Symptomen sowie die Funktionsfähigkeit im Alltag (1). PROMs unterstützen Ärzt:innen und Forschende, den Einfluss von Krankheiten und Behandlungen auf die Patient:innenergebnisse besser zu verstehen. Sie ermöglichen es den Patient:innen, ihre eigenen Erfahrungen in die medizinische Entscheidungsfindung einzubringen und die Qualität der Versorgung zu verbessern (2). Mehr zu PROMs .

Wie nutzt DAS REHAPORTAL PROMs?

Das Ziel besteht darin, die patientenberichtete Ergebnisqualität zwischen den teilnehmenden Rehakliniken und über verschiedene Fachbereiche hinweg vergleichbar zu machen. Die Ergebnisse werden im sogenannten Patient Reported Outcome Quality Index (ProQI) zusammengeführt und dargestellt.

Die durchgeführten Pilotstudien haben gezeigt, dass die ausgewählten Instrumente in jedem Fachbereich valide Aussagen zur Ergebnisqualität in den Rehakliniken liefern. Dies ermöglicht einen Vergleich der Ergebnisqualität klinikübergreifend und lässt sich in aggregiert Form durch den ProQI beschreiben. Die Behandlungserfolge sind in den Kliniken signifikant unterschiedlich ausgeprägt.

Die transparente Darstellung der Qualität auf DAS REHAPORTAL unterstützt einen gesunden Wettbewerb (Public Reporting) zwischen den Kliniken und fördert dadurch die kontinuierliche Verbesserung der Behandlungsqualität. Dies ist nicht nur für die Kliniken selbst wichtig, sondern auch für die Patient:innen, die bei der Auswahl ihrer Klinik ihr Wunsch- und Wahlrecht wahrnehmen können.

Durchgeführte Studien

Banner der Orthopädie Studie mit Icon von einem Gehirn

Transparente Darstellung im REHAPORTAL

Die Ergebnisse der PROMs-Erhebung können im REHAPORTAL auf den folgenden Seiten für jeden Fachbereich eingesehen werden:

Dort sind die Ergebnisse aller teilgenommen Kliniken auf einer Seite zusammengefasst. Sie können nun für jede Klinik sowohl die Gesamtergebnisse der PROMs-Erhebungen als auch die Resultate einzelner Indikationen einsehen, wie beispielhaft auf der rechten Seite dargestellt. Über "Details" können Sie auf die vollständigen Profile der einzelnen Kliniken gelangen. 

Darstellung der PROMs Ergebnisse nach Indikationen im REHAPORTAL

Die Ergebnisse der PROMs können auch auf den einzelnen Profilen der teilgenommen Kliniken eingesehen werden. Auf dem Profil sind diese unter dem entsprechenden Fachbereich und der Rubrik "Ergebnisqualität" zu finden. Dort werden sowohl der Gesamtwert als auch die einzelnen Indikationen dargestellt.

Darstellung der PROMs Ergebnisse nach Indikationen auf dem Klinikprofil

Berücksichtigung spezifischer Patientenmerkmale

Die Risikoadjustierung ist ein wichtiger Schritt, um Rehakliniken zu vergleichen. Dabei werden spezifische Patient:innenmerkmale berücksichtigt, die Einfluss auf die Rehabilitationsergebnisse haben können. Diese Merkmale werden in die Analyse einbezogen, wenn sie in ausreichender Vollständigkeit und Qualität von den Rehakliniken übermittelt wurden.

Die Risikoadjustierung ermöglicht es, Unterschiede in den Patient:innengruppen zu berücksichtigen, da nicht alle Rehabilitationseinrichtungen mit denselben Merkmalen konfrontiert sind. Durch die Einbeziehung relevanter Patient:innenmerkmale können die erzielten Ergebnisse besser interpretiert werden. Dieser Ansatz gewährleistet eine gerechtere Beurteilung der Leistung, indem individuelle Risiken und unterschiedliche Ausgangssituationen der Patient:innen in den Vergleich einfließen lässt.

Die Analyse zur Vorhersage der Rehabilitationsergebnisse berücksichtigt die Belastung zu Beginn der Rehabilitation und spezifische Merkmale der Patient:innen. Dabei wird der durchschnittlich zu erwartende Ausgang (Erwartungswert) am Ende der Rehabilitation regressionsanalytisch ermittelt. Ein wichtiger Indikator ist die durchschnittliche Differenz zwischen den tatsächlich erreichten Ergebnissen und den erwarteten Werten innerhalb einer Rehaklinik. Diese Differenz gibt Aufschluss darüber, wie gut die Klinik im Vergleich zu anderen hinsichtlich der Ergebnisqualität abschneidet.

Eine Differenz nahe oder gleich 0 bedeutet, dass die Behandlungsergebnisse den Erwartungen aufgrund der Patient:innenmerkmale entsprechen. Positive Abweichungen weisen darauf hin, dass die Klinik bessere Ergebnisse erzielt hat als erwartet, während negative Abweichungen auf schlechtere Ergebnisse hinweisen. Um die Gewichtung der Patient:innenmerkmale genau zu schätzen, ist eine umfassende Erhebung der relevanten Einflussfaktoren erforderlich.

Zusammenfassung der Ergebnisse im ProQI

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und DAS REHAPORTAL haben den Patient Reported Outcome Quality Index (ProQI) entwickelt, um die Ergebnisqualität der patientenberichteten Gesundheit zwischen Rehakliniken in einem einfachen Indexwert zusammenzufassen und darzustellen. Der ProQI basiert auf den standardisierten Residuen als Ergebnis der Risikoadjustierung der Outcome-Werte. Die Residuen sind Differenzen zwischen den beobachteten und den erwarteten Outcomes aufgrund der Patientenmerkmale zum Entlassungs- oder Katamnesezeitpunkt. Eine höhere durchschnittliche Differenz in einem Patientenkollektiv im Vergleich zu anderen Patientenkollektiven in Richtung Verbesserung führt zu einem besseren Abschneiden der entsprechenden Rehaklinik im Benchmark. Die Residuen werden auf eine 100er Skala transformiert, um sie in die Systematik des Portals einzugliedern.

Abbildung der Formel für den ProQI Indikationsspezifisch
Abbildung der Formel für den ProQI Gesamt

Dabei gilt: je höher der Index, desto stärker die Verbesserung der Beschwerden (selbst bei schwierigen Ausgangsbedingungen) durch die Behandlung in der Rehaklinik im Vergleich zu anderen Kliniken.

Verantwortliches Gremium

Hinter den Studien steht das Gremium "AG Ergebnismessung". In diesem werden PROMs-Erhebungen geplant und bestehende Erhebungen ausgewertet, Teilnahmen an Kongressen und Veröffentlichungen von Publikationen besprochen sowie die Möglichkeiten einer zukünftigen Ausrichtung einer Outcome-basierten Qualitätsdarstellung diskutiert. Mitglieder sind unter anderem Wissenschaftler, Chefärzte und Leiter des Qualitätsmanagemnt aus verschiedenen Konzernen:

  • Volker Beierlein, Universitätsklinikum Hamburg- Eppendorf, Institut und Poliklinik für Med. Psychologie
  • Dr. Ralf Bürgy, MEDICLIN AG
  • Prof. Dr. Gert Krischak, Nanz medico GmbH & Co. KG
  • Gina-Sophie Labahn, 4QD-Qualitätskliniken.de GmbH
  • Dr. Torsten Kirsch, VAMED Gesundheit Holding Deutschland GmbH
  • Prof. Matthias Köhler, VAMED Gesundheit Holding Deutschland GmbH
  • Johannes Kneißl, MP Medical Park Holding SE
  • Annabelle Neudam, 4QD-Qualitätskliniken.de GmbH
  • Robert Simon, Deutsche Rentenversicherung Bund
  • Prof. Holger Schulz, Universitätsklinikum Hamburg- Eppendorf, Institut und Poliklinik für Med. Psychologie

Quellenverzeichnis

  1. Czypionka T., Achleitner SC. Patient Reported Outcome and Experience Measures. Fachzeitschrift Soziale Sicherheit. 2018(3):417-32. 

  2. Rüter F, Meier CA. Value-based Healthcare, PROMs und Shared Decision-Making. Wie hängt das zusammen? Therapeutische Umschau. 2022;79(8):359-63. DOI: 10.1024/0040-5930/a001375.