Wissenschaftliche Mitarbeiterin
DAS REHAPORTAL
Wie erfolgreich eine psychosomatische Rehabilitation verläuft, zeigt sich aus Sicht der Patient:innen vor allem daran, ob sich psychische Belastungen, Beschwerden und die gesundheitsbezogene Lebensqualität im Verlauf der Behandlung verbessern. Um diese nachvollziehbar zu erfassen, misst DAS REHAPORTAL Ergebnisqualität auf Basis von Patient Reported Outcome Measures (PROMs) .
Auf dieser Seite finden Sie Informationen zur PROMs-Ergebnismessung in der psychosomatischen Rehabilitation. Dargestellt werden die Grundlagen der Erhebung, die berücksichtigten Indikationen Depression sowie Angst- und Anpassungsstörungen, die eingesetzten Instrumente und das methodische Vorgehen bei Datenerhebung und Auswertung. Zudem werden die Ergebnisse der Pilotstudie beschrieben, die als Grundlage für die aktuelle PROMs-Erhebung in der Psychosomatik dient.
Die aktuelle Erhebung läuft von Juni 2026 bis Februar 2027. Nach Abschluss der Datenerhebung werden die Ergebnisse wissenschaftlich ausgewertet und auf dieser Seite ergänzt. Ziel ist es, die Ergebnisqualität psychosomatischer Rehabilitation aus Patient:innen sichtbar zu machen und perspektivisch in die Qualitätsdarstellung im REHAPORTAL einzubeziehen.
Zur Erhebung der Ergebnisqualität kommen in psychosomatischen Rehaeinrichtungen standardisierte PROMs in zwei Indikationsbereichen zum Einsatz:
In die Erhebung werden Patient:innen mit depressiven Erkrankungen eingeschlossen. Hierzu zählen insbesondere depressive Episoden, rezidivierende depressive Störungen und anhaltende affektive Störungen. Die Zuordnung erfolgt anhand der dokumentierten Entlassdiagnose, beispielsweise über ICD-Codes wie F32.-, F33.- oder F34.1.
Eingeschlossen werden außerdem Patient:innen mit Angst- und Anpassungsstörungen. Dazu zählen unter anderem phobische Störungen, andere Angststörungen sowie Anpassungsstörungen. Die Zuordnung erfolgt ebenfalls anhand der dokumentierten Entlassdiagnose, beispielsweise über ICD-Codes wie F40.-, F41.- oder F43.2.
In der psychosomatischen Rehabilitation kann sich die diagnostische Zuordnung im Verlauf der Behandlung verändern oder erst während des Aufenthalts eindeutig festgelegt werden. Daher erhalten alle Patient:innen in der Erhebung ein einheitliches Fragebogenset mit allen eingesetzten Instrumenten. Für die spätere Auswertung wird die bei Entlassung dokumentierte Diagnose und das entsprechende Instrument zugrunde gelegt.
Die Auswahl der eingesetzten Patient Reported Outcome Measures (PROMs) orientierte sich unter anderem an den Empfehlungen des International Consortium for Health Outcomes Measurement (ICHOM) und basiert auf international anerkannten Standards. In der Erhebung werden sowohl indikationsspezifische (PHQ-8, GAD-7) als auch ein generisches (VR-12) Instrument genutzt, um die unterschiedlichen Dimensionen eines Behandlungserfolgs aus Sicht der Patient:innen differenziert abzubilden.:
PHQ-8: Patient Health Questionnaire-8, auf Grundlage des PHQ-9 (Kroenke, Spitzer & Williams, 2001; Wu et al., 2020): Der PHQ-8 erfasst mit 8 Likert-skalierten Items die depressive Symptomatik von Patient:innen. Die Antwortoptionen reichen von 0 („Überhaupt nicht“) bis 3 („Beinahe jeden Tag“). Aus den Einzelwerten wird ein Summenwert gebildet, wobei höhere Werte auf eine stärkere depressive Symptomatik hinweisen. In der aktuellen Erhebung wird der PHQ-8 eingesetzt, da er auf das im PHQ-9 enthaltene Item zu Gedanken an Tod oder Selbstverletzung verzichtet und zugleich eine validierte Alternative für die standardisierte Erfassung depressiver Symptomatik darstellt.
GAD-7: Generalized Anxiety Disorder-7 (Spitzer, Kroenke, Williams et al., 2006): Der GAD-7 erfasst mit 7 Likert-skalierten Items die Angstsymptomatik von Patient:innen. Die Antwortoptionen reichen von 0 („Überhaupt nicht“) bis 3 („Beinahe jeden Tag“). Der resultierende Summenwert kann zur Einschätzung der Symptomschwere herangezogen werden; höhere Werte sprechen für eine stärkere Angstsymptomatik.
VR-12: Im Gegensatz zu den krankheitsspezifischen Instrumenten PHQ-8 und GAD-7 misst der VR-12 indikationsübergreifend die allgemeine Lebensqualität. Weitere Informationen zum VR-12.
Zusätzlich zu den PROMs wurden soziodemografische und (sozial-)medizinische Angabe erhoben, die für die spätere Risikoadjustierung genutzt werden.
Die Erhebung wird in allen Rehakliniken mit dem Fachbereich Psychosomatik durchgeführt, die Mitglied im REHAPORTAL sind. Teilnahmevoraussetzung ist das Erreichen von mindestens 50 vollständigen Fällen je Indikation und Einrichtung im Erhebungszeitraum. Der Erhebungszeitraum umfasst den Zeitraum vom 01.06.2026 bis zum 28.02.2027.
Die Befragung der Patient:innen erfolgte zu folgenden Zeitpunkten:
Die Datenerhebung wird hauptsächlich digital durchgeführt. Dabei stellt DAS REHAPORTAL den Rehaeinrichtungen das Befragungssystem ECHO zur Verfügung.
Warum DAS REHAPORTAL Patient Reported Outcome Measures (PROMs) nutzt, wie sie in der Qualitätsbewertung eingesetzt werden und in welchen Fachbereichen sie neben der Psychosomatik Anwendung finden, erfahren Sie auf unserer Informationsseite: PROMs im REHAPORTAL
Mehr erfahrenDie aktuelle PROMs-Erhebung in der psychosomatischen Rehabilitation befindet sich derzeit in der Datenerhebungsphase. Die Daten werden im Zeitraum von Juni 2026 bis Februar 2027 in den teilnehmenden Rehaeinrichtungen erhoben. Nach Abschluss der Datenerhebung werden die Ergebnisse wissenschaftlich ausgewertet und anschließend auf dieser Seite veröffentlicht.
Die PROMs-Erhebung in der Orthopädie wurde 2019-2020 erstmals im Rahmen einer Pilotstudie getestet. Ziel war es, die Praktikabilität, Datenqualität und Aussagekraft der eingesetzten Instrumente zu überprüfen. Dabei nahmen 12 psychosomatische Rehaeinrichtungen teil. Erfasst wurden 3.555 Fälle (mind. 150 Patient:innen pro Rehaklinik und Indikation). Die Erhebung erfolgte zur Rehaaufnahme und -entlassung.
Die Pilotstudie bestätigt die Eignung der verwendeten Befragungsinstrumente zur Messung der Ergebnisqualität in der psychsosomatischen Rehabilitation. Auf Rehaklinikebene variieren die Effektstärken je nach Indikation, wobei hohe Veränderungen während der Rehabilitation festgestellt wurden, insbesondere im psychischen Bereich.Die Ergebnisse können in einen Index zusammengeführt werden, der sich zum Public Reporting bei DAS REHAPORTAL eignet.
Messungen zeigen bei allen teilnehmenden Kliniken positive Effektstärken mit mittlerer bis großer Ausprägung, ein deutlicher Hinweis darauf, dass sich die therapeutische Behandlung positiv auf die allgemeine Lebensqualität und auf krankheitsspezifische Einschränkungen der Patient:innen ausgewirkt hat.
Krankheitsspezifische PROMs
Die unadjustierten Effektstärken zeigen hohe Werte für PHQ-9 und GAD-7 für Depressionen und Angstörungen. Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Rehabilitation einen signifikanten Einfluss auf die spezifische Lebensqualität von Krebspatient:innen hat.
Generischer PROM
VR-12 MCS: Hohe Effektstärken ergeben sich bei Messung der psychischen gesundheitsbezogenen Lebensqualität mit dem generischen Fragebogen VR-12.
VR-12 PCS: Erwartbar geringer, da nicht expliziter Behandlungsfokus in psychosomatischer Rehabilitation, aber doch bemerkenswert sind Effektstärken bei Messung der körperlichen gesundheitsbezogenen Lebensqualität
Bei der Interpretation der Ergebnisse sind einzelne Einschränkungen zu berücksichtigen. Ein Teil der Daten wurde während des SARS-CoV-2-Lockdowns zwischen April und Juli 2020 erhoben. Dadurch konnten mögliche Selektionseffekte, etwa durch veränderte Zuweisungsstrategien, selbstselektive Effekte bei Patient:innen oder veränderte Behandlungsbedingungen in den Kliniken, nicht vollständig ausgeschlossen werden. Da dies jedoch nur einen Teil der Analysestichprobe betraf und sich mögliche Effekte teilweise gegenseitig aufheben konnten, wurden größere Einschränkungen der Interpretierbarkeit nicht erwartet. Darüber hinaus wurden in der Pilotstudie keine katamnestischen Befragungen durchgeführt, sodass Aussagen zur längerfristigen Nachhaltigkeit der Behandlungsergebnisse nicht möglich waren. Eine weitere Einschränkung ergibt sich aus der begrenzten Anzahl teilnehmender Einrichtungen: Für die Risikoadjustierung können Verzerrungen entstehen, wenn bestimmte Patientenmerkmale sehr stark mit einzelnen Kliniken verbunden sind. Mit einer größeren Anzahl teilnehmender Kliniken sollte dieser Effekt künftig geringer ausfallen.