Studie: App zur Symptomüberwachung hilft Krebspatient:innen beim Erhalt der Lebensqualität 22.06.2026

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Annabelle Neudam (Autor:in)
M. Sc. Health Care Management

Geschäftsführerin

DAS REHAPORTAL

Zuletzt aktualisiert: 22.06.2026 | Lesedauer: ca. 4 Min.

Regelmäßige Rückmeldungen ermöglichen frühzeitiges Eingreifen

Menschen mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen können von einer digitalen Symptomüberwachung profitieren. Das zeigt eine aktuelle Studie aus Hongkong, die auf dem Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt und zeitgleich in JAMA Network Open veröffentlicht wurde.

Die Forschenden untersuchten, ob eine App zur regelmäßigen Erfassung von Symptomen dazu beitragen kann, die Lebensqualität von Patient mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen zu erhalten. Das Ergebnis: Die Teilnehmenden berichteten über eine stabilere Lebensqualität, eine höhere Selbstwirksamkeit und benötigten seltener ungeplante Krankenhausaufenthalte.

Symptome werden wöchentlich erfasst

An der randomisierten Studie nahmen 1.214 Patient:innen mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen teil, die ambulant palliativmedizinisch betreut wurden. Die Rekrutierung erfolgte zwischen Januar 2023 und Februar 2025 in sechs Palliativkliniken in Hongkong.

Zum Einsatz kam eine digitale Anwendung zur Symptomüberwachung. Die Patient:innen beantworteten wöchentlich Fragen zu ihren Beschwerden und ihrem Gesundheitszustand. Die Angaben wurden automatisch ausgewertet und durch individuelle Handlungsempfehlungen ergänzt.

Bei stärkeren oder zunehmenden Beschwerden wurden zusätzlich Pflegefachkräfte informiert, die Kontakt mit den Patient:innen aufnahmen und das weitere Vorgehen besprachen.

Ärztin unterstützt einen älteren Patienten bei der Nutzung einer Gesundheits-App.
Eine App zur regelmäßigen Symptomüberwachung trug dazu bei, die Lebensqualität von Krebspatient:innen länger zu erhalten.

Beschwerden erkennen, bevor sie eskalieren

Viele Symptome werden im Versorgungsalltag erst dann sichtbar, wenn Patient:innen oder Angehörige aktiv Hilfe suchen. Die digitale Überwachung verfolgt einen anderen Ansatz: Beschwerden werden regelmäßig abgefragt und Veränderungen frühzeitig erkannt.

Dadurch können Behandelnde schneller reagieren und geeignete Maßnahmen einleiten, bevor sich der Gesundheitszustand deutlich verschlechtert.

Wie funktioniert die digitale Symptomüberwachung?

Die digitale Symptomüberwachung umfasste drei Bausteine:

  • Wöchentliche Erfassung von Symptomen über eine App
  • Automatisierte Empfehlungen zum Umgang mit leichteren Beschwerden
  • Kontaktaufnahme durch Pflegefachkräfte bei schwereren oder zunehmenden Symptomen

Lebensqualität blieb länger erhalten

Die Studie zeigte mehrere Vorteile für die Teilnehmenden der Interventionsgruppe.

Im Vergleich zur Kontrollgruppe blieb die gesundheitsbezogene Lebensqualität stabiler. Auch die Selbstwirksamkeit, also das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten beim Umgang mit der Erkrankung und ihren Folgen, konnte besser erhalten werden.

Darüber hinaus kam es zu weniger Krankenhausaufnahmen. Mussten Patient:innen dennoch stationär behandelt werden, war die Aufenthaltsdauer im Durchschnitt kürzer.

Wie wurden Lebensqualität und Beschwerden gemessen?

Für die Studie nutzten die Forschenden mehrere etablierte Fragebögen.

Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde mit dem EQ-5D-5L erhoben. Dieser erfasst unter anderem Mobilität, Selbstversorgung, Alltagsaktivitäten, Schmerzen sowie Angst und Depression.

Zusätzlich bewerteten die Teilnehmenden ihren allgemeinen Gesundheitszustand auf einer visuellen Skala von 0 bis 100 Punkten (EQ-VAS).

Um zu untersuchen, wie sicher sich die Patient:innen im Umgang mit ihrer Erkrankung fühlten, kam außerdem ein Fragebogen zur Selbstwirksamkeit zum Einsatz. Dieser misst, wie gut Betroffene ihre Beschwerden einschätzen und mit krankheitsbedingten Herausforderungen umgehen können.

Beschwerden aus Sicht der Patient:innen erfassen

Die Studie zeigt, welches Potenzial regelmäßig erhobene Rückmeldungen von Patient:innen für die Versorgung haben können. Solche Angaben werden als Patient Reported Outcomes (PROs) bezeichnet. Sie erfassen beispielsweise Symptome, Beschwerden, Funktionsfähigkeit oder Lebensqualität direkt aus Sicht der Betroffenen.

Die Informationen ergänzen medizinische Untersuchungen und können dazu beitragen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und Behandlungen stärker an den Bedürfnissen der Patient auszurichten.

Mehr über Patient Reported Outcomes (PROs) und PROMs im REHAPORTAL

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Hintergrund zur Studie

Die in dieser Newsmeldung beschrieben Untersuchung wurde von Forschenden der Chinese University of Hong Kong durchgeführt. Insgesamt nahmen 1.214 Patient:innen mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen teil. Die Teilnehmenden wurden zufällig einer Interventions- oder Kontrollgruppe zugeteilt und über mehrere Monate begleitet.

Die Autorinnen und Autoren kommen zu dem Schluss, dass digitale Symptomüberwachung dazu beitragen kann, die Lebensqualität von Menschen mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen länger zu erhalten, die Selbstwirksamkeit zu stärken und Krankenhausaufenthalte zu reduzieren.

Grafische Zusammenfassung einer Studie zur App-basierten Symptomüberwachung bei Krebs

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