Vom 24. bis 26. März 2026 fand das 35. Reha-Kolloquium in Leipzig statt. Unter dem Motto „Fairsorgt in der Reha? Vielfalt leben – Chancengleichheit schaffen“ wurde drei Tage lang intensiv über aktuelle Entwicklungen in der Rehabilitation diskutiert. Neben Themen wie beruflicher Reha, Chancengleichheit und dem Zugang zur Reha stand insbesondere die Ergebnisqualität, einschließlich PROMs und der praktischen Umsetzung von Public Reporting, im Fokus.
Die Leipziger Messe bot dafür einen modernen Rahmen, der sowohl fachlichen Austausch als auch persönliche Begegnungen ermöglichte. Begleitformate wie der Begrüßungsempfang in der Felix Rooftop Bar oder der Abend im Da Capo Oldtimermuseum rundeten die Veranstaltung ab.
Auch für das REHAPORTAL war das Reha-Kolloquium ein intensiver Termin. Am gut gelegenen Messestand in direkter Nachbarschaft neben VITREA und dem bestens besuchten Coffee-Bike ergaben sich zahlreiche Gespräche mit bestehenden Partnern, Mitgliedskliniken und neuen Interessierten. In zahlreichen Sessions wurden Themen und Forschungsergebnisse des Portals vorgestellt und diskutiert.
Das REHAPORTAL war nicht nur als Aussteller vertreten, sondern brachte sich auch mit mehreren eigenen wissenschaftlichen Beiträgen in das Programm ein. Thematisch standen Ergebnisqualität und Entscheidungsprozesse von Patient:innen im Mittelpunkt. Beiträge zu PROMs bezogen sich auf die Forschungsaktivitäten des REHAPORTALs rund um die Erhebung und Veröffentlichung von Outcome-Werten der letzten Jahre.
Im Rahmen der Postersession wurden auf Basis einer Auswertung von rund 250.000 Patient:innen (2019–2023) Veränderungen in den Zugangswegen zur Rehabilitation vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen eine klare Verschiebung: Empfehlungen durch Kostenträger und Krankenhäuser verlieren im Zeitverlauf an Bedeutung, während digitale Informationswege für Patient:innen zunehmend relevanter werden.
Gleichzeitig unterscheiden sich die Zugangswege je nach Fachbereich sowie zwischen ambulanter und stationärer Rehabilitation deutlich. Die Analyse liefert damit wichtige Hinweise darauf, wie sich Informations- und Entscheidungsprozesse von Patient:innen verändern.
Die Ergebnisse sind Teil der Analysen des Trendreports 2025 „Wie werden Patient:innen auf Rehakliniken aufmerksam?“, der auf Daten aus 226 Rehakliniken basiert und zentrale Entwicklungen in den Informationswegen von Patient:innen über mehrere Jahre hinweg aufzeigt. Vor dem Hintergrund eines gestärkten Wunsch- und Wahlrechts wird deutlich, wie sich Entscheidungsprozesse verändern und welche Bedeutung transparente Informationen und Sichtbarkeit für Rehakliniken gewinnen.
Das Diskussionsforum war mit schätzungsweise 200 bis 250 Teilnehmenden sehr gut besucht und machte deutlich, wie groß das Interesse an Fragen der Ergebnisqualität in komplexen Indikationen ist.
Im Mittelpunkt stand das Spannungsfeld zwischen Datenerhebung und tatsächlicher Nutzung in der Versorgung. Diskutiert wurden unter anderem:
Ein zentrales Fazit der Session: Nicht mehr messen, sondern das Richtige messen – und die Ergebnisse konsequent in der Versorgung nutzen.
In diesem Format der AG Methoden der DGRW (Deutsche Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften e.V.) wurde die Frage diskutiert, wie sich unterschiedliche PROM-Instrumente zu einem aggregierten, vergleichbaren Indexwert zusammenführen lassen.
Im Fokus standen die Anforderungen an Standardisierung, Gewichtung und Transparenz sowie die Frage, wie komplexe Outcome-Daten so verdichtet werden können, dass sie interpretierbar bleiben. Deutlich wurde, dass die Indexbildung nicht nur eine methodische, sondern auch eine konzeptionelle Aufgabe ist – insbesondere im Kontext von Public Reporting und Benchmarking.
Die Diskussion war geprägt von einer fachlich fundierten und wertschätzenden Auseinandersetzung unter den Beteiligten. Methodische Fragen wurden differenziert diskutiert und durch konstruktive Rückfragen vertieft.
Dabei wurde ein klarer Trend sichtbar: Die grundsätzliche Relevanz von Benchmarking und risikoadjustierten Auswertungen steht kaum noch zur Debatte. Im Vordergrund steht vielmehr die Frage, wie sich diese Ansätze in die Versorgungspraxis übertragen lassen.
In der Vortragssession zur Reha-Qualitätssicherung wurden Ergebnisse einer multizentrischen Prä-Post-Studie mit 6.419 Patient:innen aus 104 Rehabilitationseinrichtungen vorgestellt.
Im Mittelpunkt standen:
Die Ergebnisse zeigen deutliche Verbesserungen der physischen Gesundheit nach Knie-TEP und machen Unterschiede zwischen Einrichtungen transparent sichtbar. Gleichzeitig wurde deutlich, dass solche Analysen sowohl für die interne Qualitätssicherung als auch für eine patient:innenzentrierte Versorgungssteuerung an Bedeutung gewinnen.
Die Beiträge und Diskussionen rund um das REHAPORTAL spiegeln eine Entwicklung wider, die auch im Gesamtprogramm des Reha-Kolloquiums sichtbar wurde: Die Diskussion um Public Reporting, PROMs und Ergebnisqualität verschiebt sich zunehmend von der grundsätzlichen Bewertung hin zur konkreten Umsetzung.
Outcome-Messung ist heute deutlich sichtbarer im fachlichen Diskurs verankert als noch vor wenigen Jahren. Die entscheidende Frage ist weniger, ob gemessen werden sollte – sondern wie es gelingt, die vorhandenen Instrumente wirksam in die Versorgung zu integrieren.
Mit der Integration PROMs-basierter Ergebnisqualität in die Qualitätsdarstellung hat DAS REHAPORTAL hierfür bereits erste praktische Schritte umgesetzt. Nun geht es darum, diese Ansätze weiterzuentwickeln und Ergebnisdaten noch stärker für Transparenz, Qualitätsentwicklung und in der Versorgung nutzbar zu machen.