Mobile Rehabilitation: Bedarf groß, Ausbau schwierig 09.07.2026

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Annabelle Neudam (Autor:in)
M. Sc. Health Care Management

Geschäftsführerin

DAS REHAPORTAL

Zuletzt aktualisiert: 09.07.2026 | Lesedauer: ca. 4 Min.

Mobile Rehabilitation kann Menschen erreichen, für die eine stationäre oder ambulante Rehabilitation nicht oder nur schwer möglich ist. Sie bringt Reha in das Lebensumfeld der Patient:innen: nach Hause, in eine Pflegeeinrichtung oder in die Kurzzeitpflege. Fachlich ist das Angebot etabliert. Der Ausbau kommt jedoch nur langsam voran.

Das zeigte das Symposium Perspektiven der mobilen Rehabilitation unter veränderten Rahmenbedingungen“, das am 19. Juni 2026 in Berlin stattfand. Eingeladen hatten die Bundesarbeitsgemeinschaft Mobile Rehabilitation (BAG MoRe), die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) und die Diakonie Deutschland. Im Mittelpunkt standen aktuelle Rahmenbedingungen, praktische Erfahrungen und die Frage, wie mobile Reha-Angebote verlässlicher aufgebaut werden können.

Mobile Reha als Antwort auf Versorgungslücken

Mobile Rehabilitation richtet sich insbesondere an Menschen mit komplexen gesundheitlichen Einschränkungen, Pflegebedürftigkeit oder eingeschränkter Mobilität. Für sie kann der Weg in eine Reha-Einrichtung eine hohe Hürde sein. Gleichzeitig kann gerade das vertraute Umfeld entscheidend sein, wenn Reha-Ziele mit Alltag, Wohnsituation, Hilfsmitteln, Angehörigen und pflegerischer Unterstützung verbunden werden sollen.

Beim Symposium wurde deutlich: Mobile Rehabilitation ist kein Randthema. Sie kann ein wichtiger Baustein sein, um Teilhabe zu fördern, Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder zu verringern und rehabilitative Versorgung näher an den tatsächlichen Lebensalltag der Menschen zu bringen.

Neue Angebote entstehen nur vereinzelt

Fünf Jahre nach Inkrafttreten der Gemeinsamen Empfehlungen Mobile Rehabilitation fällt die Bilanz gemischt aus. Die Empfehlungen haben die mobile Rehabilitation fachlich gestärkt und den Zugang weiterentwickelt. Entscheidend ist heute stärker, in welchem Setting individuelle Reha-Ziele am besten erreicht werden können.

Trotzdem entstehen neue Angebote der mobilen Rehabilitation bislang nur vereinzelt. Steigende Fallzahlen gehen nach Angaben aus dem Veranstaltungsbericht vor allem auf zusätzliche Teams in bestehenden Einrichtungen zurück.

Als Hemmnisse wurden unter anderem

  • wirtschaftliche Rahmenbedingungen,
  • Personalgewinnung,
  • bürokratische Hürden,
  • unterschiedliche Verfahren bei Zulassung und Umsetzung,
  • Wissensdefizite sowie
  • fehlende Unterstützung auf Landesebene genannt.

Die zentrale Frage lautet damit weniger, ob mobile Rehabilitation gebraucht wird. Entscheidend ist, wie sie verlässlich aufgebaut, finanziert und in regionale Versorgungsstrukturen eingebunden werden kann.

Politische Rahmenbedingungen im Blick

Auch gesundheitspolitisch gewinnt das Thema an Bedeutung. Im Zusammenhang mit der geplanten Pflegereform sollen Prävention und Rehabilitation für pflegebedürftige Menschen gestärkt werden. Nach Angaben aus dem Veranstaltungsbericht sollen dabei auch der Zugang zur geriatrischen Rehabilitation und die Inanspruchnahme genehmigter Reha-Maßnahmen verbessert werden.

Da mobile geriatrische Rehabilitation in Deutschland bislang nur begrenzt verfügbar ist, untersucht das Bundesministerium für Gesundheit bis Ende 2026, welche Hürden neue Angebote erschweren und welche Herausforderungen im laufenden Betrieb bestehen.

Ältere Frau übt zu Hause mit Unterstützung einer Therapeutin das Gehen mit einer Gehhilfe.
Mobile Rehabilitation unterstützt Patientinnen und Patienten direkt in ihrem Lebensumfeld; zum Beispiel beim Training von Mobilität und Alltagssicherheit.

Bayern und Österreich zeigen mögliche Wege

Als positives Beispiel wurde Bayern genannt. Dort wird der Aufbau von Angeboten der mobilen geriatrischen Rehabilitation seit 2015 durch eine Anschubfinanzierung unterstützt. Inzwischen gibt es in Bayern 15 Einrichtungen, die mobile geriatrische Rehabilitation anbieten. Auch Bremen wurde als Beispiel genannt, weil mobile Rehabilitation dort im Landesgeriatriekonzept verankert ist.

Ein Blick nach Österreich zeigte zudem, dass mobile geriatrische Remobilisation regional bereits stärker ausgebaut ist. Vorgestellt wurden Erfahrungen aus Kärnten, wo mobile geriatrische Teams Patientinnen und Patienten im häuslichen Umfeld versorgen. Evaluierungen deuten darauf hin, dass mobile Angebote bei geeigneten Patientengruppen wirksam und zugleich ressourcenschonend sein können.

Weitere Informationen und Reha-Suche

Der ausführliche Veranstaltungsbericht ist bei der DVfR sowie bei der BAG MoRe verfügbar. Auf der Website der BAG MoRe stehen zudem die Präsentationen des Symposiums bereit.

DAS REHAPORTAL bietet außerdem eine eigene Übersicht zu Einrichtungen, die mobile Rehabilitation anbieten. Patientinnen und Patienten, Angehörige sowie Zuweisende können dort gezielt nach mobilen Reha-Angeboten suchen und Kontaktinformationen der Einrichtungen aufrufen.