MiT MiR!: Kampagne für bessere Behandlungsentscheidungen 21.07.2026

Portrait von Annabelle Neudam
Annabelle Neudam (Autor:in)
M. Sc. Health Care Management

Geschäftsführerin

DAS REHAPORTAL

Zuletzt aktualisiert: 20.07.2026 | Lesedauer: ca. 3 Min.

Shared Decision Making, kurz SDM, rückt die gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen Patientinnen, Patienten und Behandlungsteam in den Mittelpunkt. Die Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung (GQMG) macht aktuell auf die Kampagne „MiT MiR! – Gemeinsam besser entscheiden“ aufmerksam.

Die Kampagne wurde vom Aktionsbündnis Gemeinsam entscheiden entwickelt und durch das Nationale Kompetenzzentrum Shared Decision Making in Kiel unterstützt. Ziel ist es, gemeinsame Entscheidungsfindung stärker aus der Forschung in den Alltag von Kliniken und Praxen zu bringen.

Vom Nicken zur echten Entscheidung

Shared Decision Making bedeutet: Medizinische Expertise wird mit den Werten, Bedürfnissen und Lebensumständen der Patientinnen und Patienten zusammengeführt. Entscheidungen sollen dadurch nicht nur fachlich begründet sein, sondern auch zur persönlichen Situation passen.

Die Kampagne stellt dafür eine einfache Orientierung in den Mittelpunkt: die drei Fragen vor dem „Ja“. Patientinnen und Patienten werden ermutigt, vor wichtigen Entscheidungen nachzufragen:

  • Welche Möglichkeiten habe ich?
  • Welche Vor- und Nachteile gibt es?
  • Wie wahrscheinlich treten diese bei mir ein?

Diese Fragen sollen helfen, Behandlungsoptionen besser zu verstehen, Chancen und Risiken einzuordnen und eigene Prioritäten einzubringen.

Ärztin und Patienten in Beratungssituation. Symbolbild für gemeinsame Entscheidungen in der Reha.
Shared Decision Making stärkt die gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen Patientinnen, Patienten und Behandlungsteam.

Auch für die Reha relevant

In der Rehabilitation spielt gemeinsame Entscheidungsfindung eine besondere Rolle. Häufig geht es nicht nur um eine einzelne Behandlung, sondern um Ziele, Alltag, Belastbarkeit, Teilhabe, berufliche Perspektiven und die Frage, welche Reha-Maßnahme zur Lebenssituation passt.

DAS REHAPORTAL informiert in einem eigenen Ratgeber darüber, was Shared Decision Making in der Reha bedeutet, warum gemeinsame Reha-Ziele wichtig sind und welche Fragen Patientinnen und Patienten im Gespräch stellen können.

Materialien für Patientinnen, Patienten und Fachkräfte

Zur Kampagne stehen verschiedene Informationsmaterialien bereit. Dazu gehören ein Publikumsflyer zu Shared Decision Making, ein kompakter Flyer mit den drei zentralen Fragen sowie eine Kittelkarte für Pflegefachpersonen. Die Materialien zeigen, wie gemeinsame Entscheidungsfindung im Versorgungsalltag unterstützt werden kann.

Die Rolle der Pflege ist dabei besonders hervorzuheben. Pflegefachkräfte begleiten Patientinnen und Patienten oft nah durch den Behandlungsalltag, greifen Unsicherheiten auf und können dabei unterstützen, Fragen zu formulieren und Entscheidungen vorzubereiten.

Publikumsflyer zu Shared Decision Making
Der Flyer erklärt, was gemeinsame Entscheidungsfindung bedeutet und wie Patientinnen und Patienten sich auf Gespräche vorbereiten können.

Kompakt-Flyer: Drei Fragen vor dem „Ja“
Der kompakte Flyer stellt die drei zentralen Fragen vor: Welche Möglichkeiten habe ich? Welche Vor- und Nachteile gibt es? Wie wahrscheinlich treten diese bei mir ein?

Kittelkarte für Pflegefachpersonen
Die Kittelkarte unterstützt Pflegefachkräfte dabei, Patientinnen und Patienten im Entscheidungsprozess zu begleiten und Fragen anzuregen.