Die elektronische Patientenakte (ePA) soll künftig eine deutlich größere Rolle in der Gesundheitsversorgung übernehmen. Das sagte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken gemäß einer Meldung des Deutschen Ärzteblatts stellte auf der DMEA in Berlin. Auf der Digital Health Messe stellte sie vor, dass sich die ePA perspektivisch von einer reinen Dokumentensammlung zu einer digitalen Anwendung entwickeln soll, die Patient:innen aktiv durch das Gesundheitssystem begleitet und bei der Organisation ihrer Versorgung hilft.
Geplant ist unter anderem, Funktionen wie eine digitale Ersteinschätzung von Beschwerden, die Vermittlung von Behandlungsterminen sowie elektronische Überweisungen in die ePA zu integrieren. Ziel ist es, Patient:innen eine zentrale Anlaufstelle zu bieten, die Orientierung schafft und den Zugang zur Versorgung erleichtert.
Damit würde die ePA künftig zu einem wichtigen Baustein der Primärversorgung – neben Hausarztpraxen und bestehenden Angeboten wie der Telefonnummer 116117.
Für die Rehabilitation könnten sich daraus neue Chancen ergeben. Eine besser vernetzte Patientenakte könnte dazu beitragen, Informationen aus der Akutversorgung strukturierter und schneller zu übergeben und den Übergang in die Reha zu erleichtern. Auch Therapieverläufe und relevante Befunde könnten künftig transparenter und für verschiedene Behandler:innen zugänglich sein.
Gerade an den Schnittstellen zwischen ambulanter, stationärer und rehabilitativer Versorgung besteht seit Langem Verbesserungsbedarf. Eine weiterentwickelte ePA könnte hier einen wichtigen Beitrag leisten.
Gleichzeitig steht die elektronische Patientenakte weiterhin vor Herausforderungen. In der bisherigen Form wird sie im Versorgungsalltag noch wenig genutzt, auch technische und organisatorische Hürden bestehen fort.
Ob und wie schnell sich die ePA tatsächlich zu einer alltagstauglichen Anwendung entwickelt, wird daher maßgeblich von der praktischen Umsetzung abhängen. Der politische Ansatz, Patient:innen stärker in den Mittelpunkt zu stellen und digitale Lösungen konsequenter nutzbar zu machen, gilt jedoch als wichtiger Schritt.