Welttag der Patientensicherheit 2026: Mitmachen ist gefragt 12.08.2026

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Annabelle Neudam (Autor:in)
M. Sc. Health Care Management

Geschäftsführerin

DAS REHAPORTAL

Zuletzt aktualisiert: 12.08.2026 | Lesedauer: ca. 4 Min.

Am 17. September 2026 findet der Welttag der Patientensicherheit statt. Der internationale Aktionstag wird jährlich von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufen und soll das Bewusstsein für Patientensicherheit weltweit stärken.

Das diesjährige Thema lautet „Safe care for noncommunicable diseases“. In Deutschland steht der Welttag unter dem Motto „Sichere Versorgung chronisch erkrankter Menschen – für ein gutes Leben!“. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. (APS) koordiniert die Aktivitäten in Deutschland und ruft Einrichtungen des Gesundheitswesens dazu auf, sich mit eigenen Aktionen rund um den 17. September zu beteiligen.

Chronische, nicht übertragbare Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, chronische Atemwegserkrankungen oder psychische Erkrankungen begleiten viele Menschen über Jahre hinweg. Ihre Versorgung umfasst häufig Prävention, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation, Pflege und Nachsorge. Dabei sind viele Berufsgruppen und unterschiedliche Versorgungsbereiche beteiligt.

Fünf Themenfelder für mehr Sicherheit

Das APS hebt für die sichere Versorgung chronisch erkrankter Menschen fünf zentrale Themenfelder hervor:

  • Kontinuierliche Versorgung: Eine gut koordinierte Betreuung über verschiedene Versorgungsbereiche hinweg kann Informationsverluste vermeiden und die Behandlung über den gesamten Krankheitsverlauf hinweg sicherer machen.
  • Sichere Behandlung und Medikation: Viele chronisch erkrankte Menschen erhalten komplexe Therapien oder nehmen mehrere Arzneimittel gleichzeitig ein. Ein strukturiertes Medikationsmanagement und eine regelmäßige Überprüfung der Behandlung können vermeidbare Risiken reduzieren.
  • Prävention und frühzeitiges Erkennen von Risiken: Patientensicherheit beginnt bereits mit Prävention, Gesundheitsförderung und dem frühen Erkennen von Risiken, Erkrankungen und Komplikationen.
  • Patientenbeteiligung: Patientinnen und Patienten sowie ihre Angehörigen sind wichtige Partner einer sicheren Versorgung. Verständliche Informationen, gemeinsame Entscheidungen und offene Kommunikation können Sicherheit und Behandlungserfolg stärken.
  • Zusammenarbeit und Sicherheitskultur: Eine sichere Versorgung braucht interprofessionelle Zusammenarbeit, verlässliche Kommunikation und eine Kultur, in der Risiken und Fehler offen angesprochen werden können.

Warum das Thema auch für die Reha wichtig ist

Für die Rehabilitation berührt der Welttag 2026 zentrale Fragen der Versorgungssicherheit. Viele Rehabilitandinnen und Rehabilitanden leben mit chronischen Erkrankungen oder gesundheitlichen Einschränkungen, die über längere Zeit behandelt, begleitet und stabilisiert werden müssen.

In der Reha treffen medizinische Behandlung, Therapie, Schulung, Pflege, psychosoziale Unterstützung und die Vorbereitung auf Alltag, Beruf und Nachsorge zusammen. Genau an diesen Übergängen entscheidet sich, ob Versorgung sicher gelingt.

Patientensicherheit in der Reha bedeutet zum Beispiel:

  • Informationen werden zuverlässig weitergegeben.
  • Medikationspläne sind aktuell und nachvollziehbar.
  • Risiken werden früh erkannt.
  • Patientinnen und Patienten erhalten verständliche Informationen.
  • Angehörige werden einbezogen, wenn es sinnvoll und gewünscht ist.
  • Teams sprechen offen über Risiken, Fehler und Verbesserungsmöglichkeiten.

Der Welttag der Patientensicherheit bietet Reha-Einrichtungen damit eine gute Gelegenheit, das Thema im eigenen Haus aufzugreifen und eigene Schwerpunkte sichtbar zu machen; von Medikationssicherheit und Sturzprävention bis zu Übergaben, Patientenschulung und Sicherheitskultur.

Mitmachen ist gefragt

Das APS lädt Gesundheits- und Versorgungseinrichtungen ein, sich rund um den 17. September mit eigenen Aktionen zu beteiligen. Rehabilitationskliniken können den Aktionstag zum Beispiel für Informationsangebote, interne Schulungen, Veranstaltungen für Patientinnen und Patienten, Social-Media-Beiträge oder eine orange Beleuchtung von Gebäuden und Eingangsbereichen nutzen.

Einrichtungen können ihre Aktionen auf der Aktions-Webseite zum Welttag der Patientensicherheit registrieren. Nach Prüfung erscheinen sie auf der Aktionskarte und in der Aktionsübersicht. Das APS stellt außerdem kostenlose Materialien für Aktionen und Veranstaltungen bereit, darunter Vorlagen, Social-Media-Materialien sowie Informationsmaterialien für Patientinnen, Patienten, Angehörige und Mitarbeitende.

Zentrale Veranstaltung in Berlin und online

Am 17. und 18. September 2026 lädt das Aktionsbündnis Patientensicherheit zu einer zweitägigen Fachveranstaltung in das Langenbeck-Virchow-Haus in Berlin ein. Eine Teilnahme ist vor Ort oder online möglich und kostenfrei; für beide Varianten ist eine Anmeldung erforderlich. Die Zahl der Präsenzplätze ist begrenzt.

Das vorläufige Programm umfasst Fachvorträge, Diskussionen und Beispiele aus der Versorgungspraxis. Behandelt werden unter anderem die Perspektive chronisch erkrankter Menschen, die ambulante Betreuung, Erwartungen von Patientinnen und Patienten sowie neue Versorgungsansätze. Am ersten Veranstaltungstag wird außerdem der Deutsche Preis für Patientensicherheit 2026 verliehen. Am zweiten Tag stellen die ausgezeichneten Projekte ihre Lösungsansätze vor.

Veranstaltung auf einen Blick

  • Termin: 17. September 2026, 12 bis 18 Uhr; 18. September 2026, 10 bis 17 Uhr
  • Ort: Langenbeck-Virchow-Haus, Luisenstraße 58/59, 10117 Berlin
  • Teilnahme: vor Ort oder online per Livestream
  • Kosten: kostenfrei