Neue Reha-Therapiestandards: Kliniken können Umstellung vorbereiten 26.06.2026

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Annabelle Neudam (Autor:in)
M. Sc. Health Care Management

Geschäftsführerin

DAS REHAPORTAL

Zuletzt aktualisiert: 10.07.2026 | Lesedauer: ca. 3 Min.

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) hat erste Gesamtübersichten zu den neuen Reha-Therapiestandards veröffentlicht. Die Auswertungen beruhen auf Rehabilitationen aus dem Jahr 2024 und beziehen sich auf die Entwürfe 2.0 der indikationsübergreifenden Reha-Therapiestandards sowie der Reha-Therapiestandards Onkologie.

Für Reha-Einrichtungen sind die Berichte vor allem als Orientierung wichtig. Die Rückmeldungen zu den Entwürfen 2.0 haben zunächst informativen Charakter und keine Konsequenzen. Gleichzeitig ist der nächste Schritt bereits absehbar: Die finalen Reha-Therapiestandards 2025 stehen inzwischen zur Verfügung und sollen ab dem 1. Januar 2027 in die Anwendung gehen.

RTS 2025 basieren auf neuer KTL

Reha-Therapiestandards sind ein Instrument der Reha-Qualitätssicherung der Deutschen Rentenversicherung. Sie definieren evidenzbasierte Mindestanforderungen an die therapeutische Versorgung und dienen der Bewertung der Prozessqualität von Reha-Fachabteilungen.

Die neuen RTS 2025 basieren auf der Klassifikation therapeutischer Leistungen 2025, kurz KTL 2025. Mit der KTL werden therapeutische Leistungen in der medizinischen Rehabilitation dokumentiert. Für Reha-Einrichtungen bedeutet das: Die fachliche Umsetzung der RTS und die korrekte Dokumentation therapeutischer Leistungen werden künftig noch enger zusammenhängen.

Nach Angaben der DRV haben die Einrichtungen nun Zeit, sich inhaltlich und technisch mit den neuen Vorgaben auseinanderzusetzen. Neben den finalen RTS 2025 stellt die DRV auch Methodenberichte, häufige Fragen und drei Online-Vorträge zur Verfügung.

Die Videos können unabhängig voneinander angesehen werden. Sie behandeln

  • die Einführung zur Aktualisierung der Reha-Therapiestandards,
  • die wissenschaftliche Projektbegleitung zur Aktualisierung der Reha-Therapiestandards sowie
  • die Ergebnisse der Aktualisierung 2025.

Damit bieten sie Reha-Einrichtungen eine zusätzliche Orientierung für die Vorbereitung auf die neuen Anforderungen.

Auswertungen der neuen Reha-Therapiestandards für indikationsübergreifende RTS und Onkologie.

Erste Auswertungen zeigen Unterschiede

Für die Gesamtübersicht zu den indikationsübergreifenden RTS wurden Daten von 392.940 Rehabilitandinnen und Rehabilitanden aus 1.516 Fachabteilungen ausgewertet. In der Gesamtauswertung wurden die Mindestanforderungen der evidenzbasierten Therapiemodule im Jahr 2024 vollständig erfüllt. Gleichzeitig zeigt die Betrachtung auf Ebene der Fachabteilungen, dass die Vorgaben sehr unterschiedlich berücksichtigt wurden.

Für die RTS Onkologie wurden 41.287 Rehabilitationen aus 157 Fachabteilungen ausgewertet. Auch hier wurden die Mindestanforderungen größtenteils erfüllt. Weiteren Verbesserungsbedarf sieht die DRV insbesondere im Bereich der Patientenschulung.

Die orientierenden Berichte können Reha-Einrichtungen damit Hinweise geben, wo therapeutische Leistungen bereits gut abgebildet sind und wo Prozesse, Angebote oder Dokumentation weiterentwickelt werden sollten.

Bedeutung für die Reha-Qualitätssicherung

Die Reha-Therapiestandards sind Teil der Reha-Qualitätssicherung der Deutschen Rentenversicherung. Neben den RTS nutzt die DRV unter anderem Rehabilitandenbefragungen, Peer-Review-Verfahren und Strukturerhebungen, um die Qualität medizinischer Rehabilitation zu bewerten.

Mit den RTS 2025 wird die therapeutische Versorgung in der Rehabilitation künftig auf einer aktualisierten Grundlage bewertet. Für Reha-Einrichtungen ist das Jahr 2026 deshalb eine wichtige Vorbereitungsphase: Fachbereiche, Therapieplanung, Dokumentation und interne Qualitätssicherung können prüfen, wie gut sie auf die neuen Anforderungen ab 2027 vorbereitet sind.