Die internationale Vergleichbarkeit von Behandlungsqualität gewinnt im Gesundheitswesen zunehmend an Bedeutung. Nach Angaben der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) ist es im Rahmen eines Pilotprojekts gelungen, Qualitätsindikatoren erstmals erfolgreich auf Daten eines ausländischen Klinikstandorts anzuwenden.
Im Fokus steht das Universitätsklinikum Ljubljana, das seit 2025 Mitglied der IQM ist. In einem ersten „Proof of Concept“ wurden die slowenischen Routinedaten in die deutschen Klassifikationssysteme überführt und auf dieser Grundlage die German Inpatient Quality Indicators (G-IQI) berechnet. Dabei handelt es sich um ein System zur Messung von Behandlungsqualität anhand von Routinedaten, also solchen Daten, die in den Kliniken standardmäßig erhoben werden.
Nach Informationen von IQM lassen sich derzeit rund 420 von insgesamt etwa 500 Kennzahlen valide berechnen. Grundlage ist die G-IQI-Version 5.5 auf Basis der Daten aus dem Gesamtjahr 2025.
Für einen kleineren Teil der Indikatoren bestehen weiterhin Herausforderungen, insbesondere bei Themen wie nosokomialen Infektionen. Diese sind auf Unterschiede in den Kodiersystemen zurückzuführen und sollen im nächsten Schritt weiter angepasst werden.
Die Ergebnisse des Universitätsklinikums Ljubljana werden seit April 2026 in die IQM-Auswertungen innerhalb der Trägergruppe „universitär“ integriert. Perspektivisch ist auch eine vollständige Einbindung in den Gesamtvergleich vorgesehen.
Das Projekt zeigt, dass etablierte Qualitätsindikatoren grundsätzlich auch international anwendbar sind – vorausgesetzt, die zugrunde liegenden Daten lassen sich methodisch sauber übertragen.
Nach Einschätzung der Beteiligten stellt insbesondere das Mapping der unterschiedlichen Klassifikationssysteme eine zentrale Herausforderung dar. Gleichzeitig eröffnet es die Möglichkeit, Qualität über Ländergrenzen hinweg vergleichbar zu machen und voneinander zu lernen.
Internationale Ansätze zur Ergebnismessung gewinnen auch für die Rehabilitation an Bedeutung. Vergleichbare Daten können helfen, Versorgungsqualität transparenter darzustellen und Weiterentwicklungen gezielter anzustoßen.
Das Pilotprojekt der IQM zeigt, dass solche Ansätze technisch und methodisch umsetzbar sind, auch wenn im Detail weiterhin Anpassungen erforderlich bleiben.